MakeTiff kümmert sich um Interpolation und Metadaten, ColorPerfect's PerfectRAW um die Farben

Unser Hilfsprogramm MakeTiff konvertiert RAW-Bilder in lineare Tiff-Dateien mit unveränderten Farbeigenschaften. Dies ist für die Verwendung von PerfectRAW erforderlich, da es mit Adobe Photoshop, Adobe Photoshop Elements und PhotoLine unmöglich ist, RAW-Bilder ohne den RAW-Konverter der jeweiligen Host-Anwendung zu öffnen, der die Farben ruiniert. Tiff-Dateien können hingegen ohne erzwungene Bearbeitung geöffnet werden, sodass PerfectRAW die vollständige Farbbearbeitung übernehmen kann.

Wenn Sie MakeTiff noch nicht installiert haben, lesen Sie bitte zunächst die Installationsanleitung.

Was unterscheidet MakeTiff von anderen RAW-Konvertern?

Wenn Sie bereits ein bevorzugtes Programm zur RAW-Umwandlung haben, gehen Sie bitte nicht davon aus, dass es auch in Verbindung mit PerfectRAW funktioniert, selbst wenn es über eine Funktion zur Ausgabe linearer Tiff-Dateien verfügen sollte.

Ein lineares Gamma ist nämlich nur eine von zwei Anforderungen. Die Zweite ist, dass das Ausgangsmaterial für PerfectRAW in Bezug auf die Farben noch komplett unangetastet sein muss. Dies zu erreichen, ist sehr schwierig, da aktuelle Softwareprodukte voller versteckter Bildanpassungen sind, die Fotos verbessern sollen, sie in diesem Fall jedoch unbrauchbar machen.

Wenn Sie beabsichtigen einen anderen RAW-Konverter mit PerfectRAW auszuprobieren, vergleichen Sie bitte zunächst die Ergebnisse für mehrere Bilder mit denen bei Verwendung von MakeTiff.

Falls Sie noch immer das alternative Programm vorziehen, gut - es ist möglich, dass dieses mit PerfectRAW funktioniert, doch es ist sehr unwahrscheinlich.

Wie arbeitet MakeTiff?

MakeTiff verwendet eine Kombination aus drei kostenfrei verfügbaren Anwendungen. Die Situation bezüglich der Verarbeitung von RAW-Bildern ist inzwischen so angespannt, dass das bloße Erwähnen der Namen dieser Werkzeuge den einen oder anderen Leser die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lassen könnte. Lassen Sie uns Ihnen daher zunächst versichern, dass unsere Verwendung der Programme minimal und eher analytischer sowie zusammenfassender Natur ist. Sie werden so eingesetzt, dass die Daten in ColorPerfect ankommen und gut mit ihnen gearbeitet werden kann.

MakeTiff verwendet den Adobe DNG Converter für drei Dinge, die er gut kann: Eine große Anzahl an Kameras erkennen, die Bayer-Interpolation durchführen und die von der Kamera aufgezeichneten Weißabgleichsinformationen dekodieren. Dcraw wird genutzt, um eine Standard-Tiff-Datei aus dem linearen und bereits interpolierten DNG zu erzeugen. Abschließend werden mit ExifTool die original Exif-Daten in das Tiff übertragen und die Weißabgleichsinformationen, die bereits vom DNG Converter dekodiert wurden, in ein Format gebracht, das in ColorPerfect ankommt.

Gibt es Einschränkungen für die Verwendung von MakeTiff?

MakeTiff wird unseren registrierten Benutzern kostenfrei zur Verfügung gestellt. Für alle übrigen Personen verstößt die Verwendung von MakeTiff für andere Zwecke als den Test von ColorPerfect und PerfectRAW jedoch gegen unsere Lizenzbestimmungen.

 

Die Verwendung von MakeTiff und seiner Optionen

Um MakeTiff zu verwenden, ziehen Sie nach dem Start der Software einfach RAW-Bilder per Drag-and-drop auf die Benutzeroberfläche. Die hier abgelegten Elemente können Einzeldateien, Ordner oder eine gemischte Auswahl von Dateien und Ordnern sein. MakeTiff konvertiert nachfolgend alle gefundenen RAW-Dateien in lineare Tiff-Dateien, überspringt dabei jedoch alle Bilder, für die ein gleichnamiges Tiff bereits existiert.

MakeTiff im Vordergrund halten

Es gibt eine Checkbox, um MakeTiff stets im Vordergrund zu halten, z. B. über dem Programm mit dem Sie Ihre RAW-Bilder auswählen und organisieren. Dies erleichtert das Ablegen von Dateien per Drag-and-drop. Das Auswahlprogramm könnte ACDSee, Adobe Bridge, Aperture, CaptureOne, Lightroom oder eines von mindestens einem Dutzend anderer sein. Wenn das Programm Ihrer Wahl den aktuellen Ordner bezüglich des Hinzukommens neuer Dateien überwacht, lesen Sie bitte auch den Abschnitt über die erweiterte Option, die es ermöglicht, alle Tiff- und Zwischendateien in einem Unterordner auszugeben anstatt im Ordner des RAW-Bildes selbst.

MakeTiff sollte Ihren Tiff-Dateien bereits das Profil des gewünschten RGB-Arbeitsfarbraums zuweisen

Damit PerfectRAW korrekt funktioniert, ist es nötig, der Tiff-Datei bereits vor dem Start von ColorPerfect das Farbprofil eines RGB-Arbeitsfarbraums zuzuweisen. Nach dem Aufruf von ColorPerfect, der Auswahl des Modus ColorPos auf der Palette Start und Aktivieren der Funktion PerfectRAW müssen Sie den entsprechenden RGB-Arbeitsfarbraum auch im Plug-in einstellen.

Nur wenn ein Arbeitsfarbraumprofil zugewiesen wurde, ist sichergestellt, dass Adobe Photoshop et al. die Vorschau im Plug-in und das fertige Bild jetzt und in der Zukunft korrekt darstellen. Die Arbeitsfarbraumeinstellung des Modus ColorPos bleibt zwischen aufeinanderfolgenden Aufrufen von ColorPerfect erhalten. Sie werden diese Einstellung daher nicht häufig vornehmen müssen, es sei denn, Sie verwenden aus einem bestimmten Grund verschiedene Einstellungen.

Um diese kompliziert klingende Anforderung zu vereinfachen, kann MakeTiff den Schritt des Zuweisens eines Farbprofils bereits für Sie vornehmen. Wählen Sie dazu einfach den gewünschten RGB-Arbeitsfarbraum aus der Pull-down-Liste in MakeTiff aus, bevor Sie die zu konvertierenden RAW-Bilder ablegen.

Falls Sie keinen Grund haben diesen nicht zu nutzen, empfehlen wir hier die Verwendung des Standardarbeitsfarbraums Ihrer Host-Anwendung. In Photoshop ist dieser unter dem Menü Bearbeiten > Farbeinstellungen zu finden. In Photoshop Elements ist weniger transparent, welche Farbprofile standardmäßig verwendet werden, wie wir in unserem Artikel zum Thema erläutern. MakeTiff erlaubt es Nutzern von PSE jeden der aufgelisteten Farbräume zu verwenden, anstatt sich mit den Zwei direkt von PSE unterstützten zu begnügen.

MakeTiff's erweiterte Optionen

Um die Dinge für neue Nutzer einfach zu halten, haben wir uns entschieden einige Optionen, die diese typischerweise noch nicht benötigen, auszublenden. Bitte probieren Sie MakeTiff zunächst ohne die folgenden Einstellungen aus.

Erzwingen der Interpolation durch dcraw anstatt den Adobe DNG Converter zu verwenden

Standardmäßig verwendet MakeTiff den Adobe DNG Converter zur Bayer-Interpolation Ihrer RAW-Bilder. Wir halten diesen allgemein für die bessere Wahl für diese Aufgabe. Es gibt jedoch eine Option, die die Verwendung von dcraw an seiner statt erzwingt.

Wir gehen nicht davon aus, dass viele Nutzer diese Option verwenden werden wollen, es gibt jedoch einige Anwendungsfälle, in denen es Sinn ergibt, sie zu haben. Sie könnten beispielsweise eine neue Version von dcraw einsetzen, die schon eine Kamera kennt, die Adobe noch nicht unterstützt. Nutzer eines Macs mit PowerPC-Prozessor sind für neuere Kameras gezwungen, diese Option zu verwenden, da der Adobe DNG Converter 6.4 die letzte Version für die PowerPC-Plattform war. Des Weiteren könnten Sie die Pentax 645D besitzen, für die die Bildbearbeitungssequenz mit dem Adobe DNG Converter aktuell zu einem linearen Graustufen-Tiff führt. (Wenn Sie eine der drei uns bekannten Pentax Kameras besitzen, für die dieses Problem auftritt und registrierter ColorPerfect Nutzer sind, kontaktieren Sie uns bitte.) Zuletzt kann es natürlich auch einfach Bilder geben, für die dcraw's Interpolation besser funktioniert, obgleich die des Adobe DNG Converters gemeinhin überlegen scheint.

Dcraw kann zur Rauschentfernung genutzt werden, auch wenn der DNG Converter interpoliert

ColorPerfect enthält keine Logik zur Rauschentfernung oder zum Nachschärfen. Zum Schärfen können Sie einfach die Möglichkeiten in Photoshop et al. nutzen. Zur Rauschentfernung können neben dem, was die Host-Anwendung bietet, eine Reihe von spezialisierten Programmen oder Plug-ins verwendet werden. Da viele dieser Lösungen kommerzielle Software sind und dcraw, eines der Kommandozeilenprogramme, die MakeTiff verwendet, eine kostenfreie Rauschentfernungsfunktion mitbringt, haben wir Ihnen diese über MakeTiff's Benutzeroberfläche zugänglich gemacht.

Sie können gern mit den drei damit zusammenhängenden Einstellungen experimentieren. Wir behaupten jedoch weder, dass diese Funktion besonders gut, noch dass sie schlecht ist.

Um die Rauschentfernung zu verwenden, aktivieren Sie die entsprechende Checkbox, was zwei weitere Einstellungen sichtbar macht. Die Erste ist der Grad der Rauschentfernung, der von 1 bis 9999 reicht und für den das Handbuch von dcraw nahelegt, dass üblicherweise Werte zwischen 100 und 1000 genutzt werden. Bei Verwendung der Rauschentfernung können Sie das Ergebnis nicht gleich sehen, weshalb wir die zweite Option eingeführt haben. Sie erlaubt es, den verwendeten Grad an den Dateinamen des Tiffs anzufügen, sodass Sie später noch wissen, für welches Bild welche Einstellung verwendet wurde. Zudem können so leicht mehrere Versionen eines Bildes erzeugt werden, um verschiedene Werte auszuprobieren. Das Erzeugen verschiedener Versionen funktioniert, solange noch keine Tiff-Datei mit dem entsprechenden Rauschentfernungsanhang im Namen existiert und auch keine ohne einen solchen. Wenn Ihnen die mit dieser Funktion erzielten Resultate gefallen, lassen Sie uns bitte wissen, welche Einstellungen Sie verwenden.

Ausgabe der Tiff-Dateien in einem Unterordner "MakeTiff" anstatt direkt bei den RAW-Bildern

Es gibt die Option einen Unterordner namens MakeTiff im Verzeichnis des jeweiligen RAW-Bildes zu erzeugen und diesen zur Ausgabe aller Tiff- und Zwischendateien zu nutzen.

Wenn Sie MakeTiff über dem Programm verwenden, mit dem Sie Ihre RAW-Bilder auswählen und strukturieren, kann es zu Problemen kommen, wenn dieses Programm den aktuell angezeigten Ordner beständig auf neu hinzukommende Dateien überwacht. In diesem Fall kann es sein, dass die von MakeTiff angestoßene Bildbearbeitungssequenz nicht vollständig abläuft oder dass Zwischendateien aufgrund von plötzlich auftretenden Dateisperren durch den Lesezugriff des Vorschauprogramms nicht gelöscht werden können. Die Ausgabe aller Dateien in einem Unterverzeichnis namens MakeTiff löst diese Probleme. Mancher Nutzer wird sie darüber hinaus aus strukturellen Gründen vorziehen.

Entfernen von Farbprofilen aus linearen Scans oder Zuweisen des gewünschten Arbeitsfarbraums

Abschließend gibt es eine Option, die es ermöglicht eingebettete Farbprofile aus linearen Scans zu entfernen oder das Gewünschte zuzuweisen. Dieser Anwendungsbereich hat mit der normalen Verwendung von MakeTiff nichts zu tun. Der in diesem Modus verwendete Arbeitsfarbraum wird separat von dem gespeichert, den MakeTiff für RAW-Bilder verwendet. Wenn dieser Modus aktiviert ist, können Sie Tiff-Dateien von Scannern auf MakeTiff ablegen und alle Farbprofile entfernen, die die Scannersoftware in diese eingebettet haben könnte. Alle eingebetteten Farbprofile sind für lineare Scans bedeutungslos, es sei denn, sie spiegeln Ihren RGB-Arbeitsfarbraum wieder. Jede andere Art von Farbprofil kann zu schwerwiegenden Problemen führen.

In diesem Modus werden auch die beiden von ColorPerfect unterstützten Standardgraustufenprofile Gray Gamma 1.8 und Gray Gamma 2.2 angeboten. Natürlich funktionieren diese nicht für RGB-Bilder. Sie sollten daher Schwarz-Weiß- und Farbscans stets getrennt verarbeiten.

NikonScan bettet beispielsweise stets ein sRGB-Profil in lineare Scans ein, sogar in Schwarz-Weiß-Scans. MakeTiff kann verwendet werden, um dieses falsche oder vielleicht unerwünschte Profil zu entfernen und mit dem Gewünschten zu ersetzen.

Die Möglichkeit der automatischen Zuweisung von Farb- oder Graustufenprofilen ist sehr nützlich für Besitzer von Adobe Photoshop Elements. Dies gilt insbesondere bei der Arbeit mit Schwarz-Weiß-Scans, da MakeTiff Ihnen die frei Wahl zwischen den verschiedenen Standardgraustufenprofilen und RGB-Arbeitsfarbräumen ermöglicht, anstatt Sie auf die Verwendung eines der beiden von PSE angebotenen Profilpaare festzulegen.

*.mtconf Konfigurationsdateien per Drag-and-drop verwenden

Unsere Konfigurationsdateien sind einfache Textdateien, die unter der Dateiendung *.mtconf anstelle von *.txt gespeichert werden müssen. Diese Dateien enthalten Kommentarzeilen, die das Dateiformat erläutern. Um eine *.mtconf Datei zu verwenden, starten Sie MakeTiff und ziehen Sie die gewünschte Konfigurationsdatei mittels Drag-and-drop auf die Benutzeroberfläche, so wie Sie es für gewöhnlich mit RAW-Bildern täten. MakeTiff wird dann die Einstellungen aus der Konfigurationsdatei anwenden und sich unter Mac OS X 10.8 (Mountain Lion) derzeit neu starten, sodass sich seine Benutzeroberfläche auch dort aktualisiert und stets die aktiven Einstellungen zeigt.

Laden Sie sich unsere Standardeinstellungen als MakeTiffStandard.mtconf herunter und ziehen Sie diese Datei auf MakeTiff, um alle Einstellungen zurückzusetzen. Wenn Sie andere Einstellungen verwenden möchten, öffnen Sie bitte diese Konfigurationsdatei mit TextEdit als einfache Textdatei und folgen Sie den Anweisungen darin, um Ihre gewünschten Einstellungen zu notieren. Speichern Sie die editierte Konfigurationsdatei nachfolgend unter einem beliebigen Namen, behalten Sie jedoch die *.mtconf Dateiendung bei. Das Ablegen von Konfigurationsdateien auf der Benutzeroberfläche von MakeTiff erlaubt den schnellen Wechsel zwischen mehreren vordefinierten Konfigurationen.

Spezialeinstellungen, die nur durch *.mtconf Dateien getroffen werden können

Wir werden einige Spezialeinstellungen, die entweder selten genutzt oder nur für eine kleine Gruppe von Nutzern hilfreich sind, nur über das *.mtconf Dateiformat anbieten. Wenn eine solche Option aktiv ist, zeigt MakeTiff dies, solange die Anwendung auf Eingaben wartet, im Haupttextfeld an

Übertragung der Kamerafarbbalance an alte ColorPerfect 2.0 Plug-ins oder mit PhotoLine15.x

Bei Verwendung von MakeTiff 1.13 oder höher mit alten ColorPerfect Plug-ins der Version 2.0 sowie generell bei Verwendung von PhotoLine 15.x als Hostanwendung (die nur im 32-Bit-Modus unterstützt wird, da PhotoLine’s erste 64-Bit-Version 15.5 nicht mit unseren Plug-ins funktionierte) müssen Sie die Spezialeinstellung legacyExifFormat: ON durch Verwendung einer entsprechenden *.mtconf Datei aktivieren. Dies ermöglicht, dass die von der Kamera aufgezeichneten Informationen zur Farbbalance auch in diesen Fällen an ColorPerfect übertragen werden. Falls Sie Grund haben ColorPerfect 2.0 anstelle der aktuellen Version einzusetzen, lassen Sie uns bitte wissen warum.

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