GamSat 1.0 wurde mit der Veröffentlichung von ColorPerfect weitestgehend überflüssig

GamSat 1.0 ist ein Plug-in für Adobe Photoshop und diente der Veränderung von Gamma, Sättigung und/oder Farbton eines Bildes. Das Plug-in wurde mit Veröffentlichung von ColorPerfect, dem Nachfolger unserer ursprünglichen ColorNeg und ColorPos Plug-ins weitestgehend überflüssig. GamSat wird auf dieser Webseite nach wie vor als uneingeschränkte 30-Tage-Testversion in deutscher Sprache bereitgestellt.

Bilder mit GamSat auf den Gamut eines konkreten Farbfotopapiers anpassen

Auch modernste Ausbelichtungsprozesse sind nicht in der Lage den gesamten Gamut Ihres RGB Arbeitsfarbraums abzubilden. Dies liegt in der Natur solcher Prozesse und wird sich wahrscheinlich nicht ändern. Um Ihnen eine Prävisualisierung des Farbergebnisses bei der Ausbelichtung Ihrer Fotos zu ermöglichen, bieten viele professionelle Labore spezielle Softproof-Profile der in ihrem individuellen Produktionsumfeld verwendeten Fotomaterialien an. Ein häufiger Fehler derjenigen, die zum ersten Mal mit solchen Profilen konfrontiert sind, ist es, zu versuchen Bilder in diese Profile umzuwandeln. Ein solches Vorgehen ist entgegen des Verwendungszwecks der Profile und führt meist zu einer schwerwiegenden Beschädigung der Bilddaten.

 

Um zu illustrieren, wie Sie korrekt mit der Kombination von GamSat und solchen Profilen arbeiten können, wollen wir uns dem Digitalfoto einer Rose im Gegenlicht zuwenden, das am späten Nachmittag eines Sommertags entstanden ist. Diejenigen Blütenblätter im Bild, die in der Szene von der Sonne beschienen wurden, sind stark gesättigt. Das als Ausgangspunkt gezeigte Bild, wurde bereits soweit mit ColorPos bearbeitet, dass es die Szene so natürlich wie möglich wiedergibt. Nehmen wir im Folgenden an, wir wollten einen Abzug dieses Bildes ausbelichten lassen. Der Dienstleister unserer Wahl, die fotocommunity Prints GmbH, arbeitet mit unterschiedlichen Fotopapieren. Wir entscheiden uns für eine der drei Oberflächenvarianten des Papiers Fujicolor Crystal Archive DP II Professional.

Dies soll nicht heißen, dass der genannte Dienstleister oder das verwendete Material die beste oder einzig mögliche Wahl seien. Wir können jedoch sagen, dass wir mit den Ergebnissen der genannten Kombination bislang stets sehr zufrieden waren.

Das Labor bietet entsprechende *.icc Profile zum Download an. Bevor Photoshop gestartet wird, müssen die heruntergeladenen Profile im Systemordner für Farbprofile abgelegt werden. Unter Windows ist dies der Ordner Windows / System32 / Spool / Drivers / Color und unter Mac OS der Ordner Library / Colorsync / Profiles. Nach dem anschließenden Start von Photoshop können individuelle Proof-Bedingungen durch Auswahl des Menüeintrags Ansicht / Proof Einrichten / Eigene eingestellt werden. Im angezeigten Dialogfeld wählen wir das zum Fujicolor Crystal Archive DP II Professional Papier korrespondierende Softproof-Profil bei relativ farbmetrischer Renderpriorität und aktivierter Tiefenkompensierung. Nachdem wir den Dialog mit OK verlassen haben, können wir die getroffenen Einstellungen jederzeit durch Drücken der Tastenkombination Strg+Y oder durch Aktivieren des Menüeintrags Ansicht / Farb-Proof auf das aktuelle Bild anwenden. Dies hat zur Folge, dass Photoshop anzeigt, wie die Bilddaten auf dem entsprechenden Zielmedium dargestellt würden. Das Original wird dabei nicht verändert, Farb-Proof hat allein Auswirkung auf dessen Anzeige.

Seien Sie sich jedoch darüber bewusst, dass kein so erzeugter Farb-Proof exakt dem späteren Abzug entspricht. Der Computerbildschirm, auf dem Sie den Farb-Proof betrachten, leuchtet, während Fotopapier ein reflektives Medium ist. Darüber hinaus spielt die Oberflächenbeschaffenheit des verwendeten Materials eine entscheidende Rolle für den Gesamteindruck. Der Abzug könnte die seidengerasterte Struktur eines professionellen Portrait-Papiers bzw. eine matte oder hochglänzende Oberfläche aufweisen. Jede der genannten Optionen hat ihre eigenen Charakteristika, die sich nicht durch einen Softproof nachempfinden lassen. Im Fall unserer Rose würden die stark gesättigten hellen Bereiche der Blütenblätter auf dem Zielmedium falsch wiedergegeben. Sie erscheinen im Farb-Proof eher Magenta als Rot. Die Rose würde nicht wie gewünscht sondern mit einer unnatürlichen Farbgebung wiedergegeben, es sei denn, wir kompensieren dies auf geeignete Weise. Wenn vor dem Start von GamSat Farb-Proof aktiv ist, werden vorgenommene Änderungen in der Vorschau für das gewählte Zielmedium gezeigt, während die vorgenommene Einstellungen anschließend direkt auf die zugrunde liegenden Bilddaten des Originals angewendet werden. Natürlich bringt dies neben den offensichtlichen Vorzügen auch die Gefahr mit sich, das Original versehentlich auf eine Art zu verändern, die sich visuell im Farb-Proof nicht auswirkt. Daher ist es empfehlenswert, sicherzustellen, dass mit einer Kopie der Originaldatei gearbeitet wird, wenn Einstellungen zur Optimierung auf ein individuelles Ausgabemedium getroffen werden. Insbesondere da in der Zukunft durchaus abweichende Anpassungen für andere Medien erforderlich sein könnten. Da im Beispiel primär die stark gesättigten Partien bearbeitet werden müssen, wird zunächst eine als Arbeitsgrundlage geeignete Selektion erstellt. Die abgebildete Selektion wurde auf schnelle Weise mit dem Befehl Auswahl / Farbbereich auswählen erzeugt. Anschließend wurde die Auswahl mit dem Befehl Weiche Auswahlkante verändert.

Um die erforderliche Anpassung mit Photoshop allein durchzuführen, würden Sie wahrscheinlich versuchen die Farbsättigung der ausgewählten Bereiche mit dem Befehl Farbton / Sättigung zu verringern. Die Nachteile dieses Vorgehens werden in unserem Artikel zum Thema Sättigungs- und Farbtonanpassungen aufgezeigt. Sehen wir uns dennoch den Farb-Proof einer auf diese Weise erzeugten Version des Bildes an. Die Farben im Proof sehen nach der Anpassung besser aus als zuvor. Sobald wir jedoch den Farb-Proof-Modus verlassen, wird deutlich, dass die Luminanz der ausgewählten Blütenblätter signifikant verändert wurde und diese zudem einen kühleren Farbeindruck hervorrufen, als das warme Rot der Blüte im Original.

Mit GamSat kann leicht ein besseres Ergebnis erzielt werden. Dabei wird die gleiche Selektion verwendet wie zuvor. Nach der Einrichtung und Aktivierung des Farb-Proof-Modus starten wir GamSat. Im Folgenden wird geschildert, welche Anpassungen durchgeführt wurden, um folgenden Farb-Proof des fertig bearbeiteten Bildes zu erzielen. Der überwiegende Teil der Anpassungen wurde dabei auf das Innere der Selektion angewendet. Die erforderliche Verringerung der Sättigung muss in GamSat nicht vollständig über die Sättigungsanpassung vorgenommen werden. Stattdessen kann der ausgewählte Bereich zunächst mittels der Gammafunktion leicht abgedunkelt werden. Anzumerken ist dabei, dass Gamma in GamSat keine negativen Auswirkungen auf das Farbergebnis hat. Im Beispiel wurde dabei ein Wert von ca. 1,2 gewählt. Diese Anpassung kann nun mit unserer neuen Funktion Ambiente unter Einstellung des Wertes 100% kombiniert werden. Falls Sie noch nicht mit Ambiente vertraut sind, finden Sie hier eine detaillierte Beschreibung dieses neuen Features. Kurz gesagt, führt Ambiente eine Anpassung der Sättigung in Abhängigkeit von tatsächlichen Luminanzänderungen einzelner Pixel durch. So resultiert eine Erhöhung der Luminanz in Kombination mit Ambiente in einem Zuwachs der Farbsättigung, während eine Verringerung der Luminanz entsprechend zu einer Verringerung führt. Die durch die Auswirkungen der Gammafunktion abgedunkelten Bereiche werden so entsprechend der Stärke dieser Anpassung entsättigt. In Summe kommt dies einer Belichtungsänderung der entsprechenden Bildbereiche gleich. Diese allein reicht jedoch noch nicht aus, um die Farben so zu bearbeiten, dass sie auf dem Abzug korrekt wiedergegeben würden. Die Farbsättigung muss daher noch etwas weiter mittels der Funktion Sättigung reduziert werden. Dank der bereits erfolgten Sättigungsanpassung im Rahmen der Aktivierung von Ambiente nach Anwendung einer geringen Gamma-Anpassung ist eine Einstellung von ca. 95% für Sättigung ausreichend. Der Farb-Proof des Bildes nach der Bearbeitung mit GamSat, den wir bereits vor der Beschreibung seiner Erstellung gezeigt haben, wirkt viel natürlicher als der des Originalbildes oder der in Photoshop bearbeiteten Version. Wenn wir den Farb-Proof-Modus verlassen, sehen Sie noch deutlicher, dass die mit GamSat durchgeführte Anpassung sehr nahe an der Farbigkeit und der Gesamterscheinung des Ausgangsbilds bleibt. Es kann sogar festgehalten werden, dass die durchgeführte Bearbeitung dem Bild auch im Original gut täte, da die Blütenblätter an Zeichnung gewonnen haben. Die Sättigungsanpassung mit Photoshops Farbton / Sättigung Befehl weicht wesentlich stärker vom visuellen Gesamteindruck der Vorlage ab. Hätten wir eine dieser Version ähnliche Anpassung mit überlegenem Farbergebnis erzeugen wollen, hätten wir die allgemeine Sättigung in GamSat weiter reduziert und auf die Kombination aus Gamma und Ambiente verzichtet. Das Ergebnis entspräche jedoch nicht dem Anspruch die natürlichste, uns mögliche Darstellung des Motivs innerhalb des Gamut des verwendeten Fotopapiers zu erzielen.