Filmgammas für ColorPerfect aus den charakteristischen Kurven eines Filmdatenblatts ablesen

 Wenn Sie über Filmdatenblätter verfügen oder solche besorgen können, die über die in ColorPerfect's Modus ColorNeg integrierten Filmtypen hinausgehen, wären wir Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns einen Scan davon oder ein PDF zusenden, damit wir geeignete Charakterisierungen dieser Filmtypen in einer zukünftigen Version von ColorPerfect integrieren können. Wenn Sie darauf nicht warten möchten, sondern lieber gleich mit der Umwandlung Ihrer Negativscans beginnen wollen, können Sie die benötigten Filmgammas, wie im Folgenden beschrieben, leicht feststellen und selbst eine *.negpos Datei zur Verwendung mit ColorPerfect erstellen. Suchen Sie im Datenblatt nach den charakteristischen Kurven des Films. Dabei handelt es sich um die grafische Darstellung der Beziehung zwischen der Dichte und log10 Belichtung. Wir werden als Beispiel die rechts gezeigten charakteristischen Kurven des neuen Kodak Portra 400 Films bearbeiten.

Vorbereitung: Angleichung der für die Achsen verwendeten Einheiten

Bevor wir beginnen, müssen wir sicherstellen, dass die für die Einheiten verwendete Skalierung auf beiden Achsen identisch ist, d. h., der Abstand zwischen 1,0 und 2,0 muss auf der horizontalen und vertikalen Achse gleich sein. Dies kann für eingescannte oder aus einem PDF geladene charakteristische Kurven, die wie gezeigt als Pixelgrafik vorliegen, einfach durch eine entsprechende Skalierung mit Photoshop herbeigeführt werden. In unserem Beispiel ist das Verhältnis von Höhe dividiert durch Breite eines Rechtecks mit gleichen Seitenlängen in Bezug auf die verwendeten Einheiten 1,25. Dementsprechend müssen wir die Breite der Pixelgrafik auf 125% skalieren, wobei in Photoshop die Einstellung "Proportionen beibehalten" deaktiviert sein muss.

 

Berechnung der Filmgammas

Die drei Gammawerte können nun ermittelt werden, indem der Kehrwert der Steigung des geraden Teils der jeweiligen Kurve berechnet wird. Wählen Sie anschließend für jede Farbe zwei weit entfernte Punkte auf dem geraden Abschnitt der jeweiligen charakteristischen Kurve, wie durch die roten, grünen und blauen Punkte visualisiert. Die Koordinaten der Punkte können in Photoshop mittels der Palette Info abgelesen werden, indem der Mauszeiger exakt auf dem Punkt platziert wird. Die abgelesenen x- und y-Werte sind im Beispiel unter den Punkten aufgelistet. Die Berechnung des Gammawerts erfolgt wie gezeigt durch Division des Absolutbetrags der Differenz der y-Werte und des Absolutbetrags der Differenz der x-Werte. Diese Berechnung wird für alle drei Farben (R, G, B) separat durchgeführt. Alternativ kann ein gedruckt vorliegender Graph auch mit einem Lineal ausgemessen werden. In jedem Fall wird der Gammawert aus dem Abstand der beiden Punkte auf der x-Achse geteilt durch den Abstand der beiden Punkte auf der y-Achse berechnet.

*.negpos Charakterisierungsdateien mit einem Texteditor erzeugen

*.negpos Dateien, die von ColorPerfect und ColorNeg eingelesen werden können und nachfolgend über den Eintrag Nutzer der Filmliste zugreifbar sind, sind einfache Textdateien. Legen Sie eine solche in einem Texteditor Ihrer Wahl an und schreiben Sie darin jeweils die Daten eines Films in eine Zeile. Dabei ist die Reihenfolge Filmgamma Rot, Filmgamma Grün, Filmgamma Blau, Name des Films einzuhalten und die Werte müssen durch Tabulatoren voneinander abgegrenzt sein.

Charakterisierungsdateien mit ColorPerfect 2.15 und höher oder den alten PC-Versionen speichern

Mit ColorPerfect 2.15 und höher können Charakterisierungsdateien an einem beliebigen Ort als einfache Textdateien unter einem frei wählbaren (kurzen) Dateinamen abgelegt werden. Die einzige Anforderung ist, dass Sie die spezifischen Dateiendungen anstelle von *.txt verwenden. Nutzen Sie für den Modus ColorNeg die Dateiendung .negpos, für den Modus ColorPos .colorint und für PerfectRAW .pfraw. Nachdem Sie aus dem Herstellermenü den Eintrag Nutzer gewählt haben, können Sie mittels Datei öffnen bzw. speichern Dialogen bequem mit den Dateien arbeiten. Bei Verwendung unser alten Plug-ins funktionierte dies so nur für PC-Versionen.

Eine entsprechende *.negpos Datei mit der oben erstellten Charakterisierung finden Sie hier.

Speichern & Laden von Charakterisierungsdateien mit den alten 32-Bit Mac ColorNeg & ColorPos Plug-ins

Der Umgang mit den Charakterisierungsdateien war bei Verwendung unserer alten 32-Bit-Plug-ins unter Mac OS X weniger intuitiv. Beziehen Sie noch heute das kostenfreie Upgrade auf ColorPerfect 2.15, das diese Probleme löst und noch viel mehr bietet.

Bei Verwendung von Photoshop 7 und Photoshop CS mit den alten Plug-ins mussten alle Hilfsdateien in ein spezifisches und verstecktes Verzeichnis kopiert werden. Bei Verwendung jüngerer Photoshop Versionen konnten Sie Ihre Dateien wiederum an einem beliebigen Ort ablegen und Dateiname und Speicherort der aktuell zu verwendenden Datei über die Benutzeroberfläche des Plug-ins mittels eines Workarounds festlegen.

Für diejenigen, die mit dem Workaround nicht vertraut sind und dennoch, aus welchem Grund auch immer, ein veraltetes Plug-in verwenden wollen, ist der einfachste Weg eine *.negpos oder *.colorint Datei zu verwenden, diese unter einem Standardnamen abzulegen. Wenn Sie den Dateinamen im entsprechenden Ausgabefeld noch nie im Rahmen eines Lade- bzw. Speichervorgangs editiert haben, gilt für das ursprüngliche ColorNeg Plug-in der Standardname ColorNeg.negpos und für das ursprüngliche ColorPos Plug-in ColorPos.colorint.

Hier steht eine entsprechende *.negpos Datei mit der oben erstellten Charakterisierung unter dem Dateinamen ColorNeg.negpos zum Download bereit. Platzieren Sie diese in dem für Ihre Photoshop Version unten aufgeführten Verzeichnis. Sie wird dann ab dem nächsten Start des Plug-ins geladen und ihr Inhalt über den Eintrag Nutzer der Filmherstellerliste bereitgestellt.

Mehrere Charakterisierungsdateien unter verschiedenen Namen bereitzuhalten, war natürlich ebenfalls möglich. Nachdem Sie den Eintrag Nutzer der Filmherstellerliste ausgewählt und auf den erst dann verfügbaren Button Laden geklickt hatten, ersetzte der Dialog zur Eingabe des Pfads für die Hilfsdateien das Vorschaubild. Während dieser Dialog angezeigt wurde, wurde das Textausgabefeld, das normalerweise den Namen der aktuellen Charakterisierungsdatei zeigt, editierbar und Sie konnten darin den Dateinamen der zu ladenden Charakterisierungsdatei eingeben (ohne Dateiendung).

Speicherorte für die Hilfsdateien bei Verwendung der alten 32-Bit-Plug-ins unter Mac OS X

Die nachfolgenden Informationen stammen im Wesentlichen aus einer alten ReadMe.txt Datei. Wenn Sie mit dieser vertraut sind, können Sie die Lektüre an dieser Stelle beenden. Notgedrungen nutzten unsere 32-Bit-Plug-ins unter Mac OS X eine seltsame Konvention für die Ordner zum Speichern der Hilfsdateien. Der Speicherort hängt dabei von der Photoshop Version ab.

Adobe Photoshop 7 und Photoshop CS

Die Hilfsdateien für Adobe Photoshop 7 und Photoshop CS müssen in einen sehr versteckten Ordner gelegt werden. Um diesen zu finden, gehen Sie in den Photoshop-Ordner und führen Sie einen Rechtsklick auf die Photoshop-Programmdatei aus, dabei handelt es sich um die Datei mit dem Photoshop Icon, die Sie normalerweise Doppelklicken, um das Programm zu starten. Aus dem Kontextmenü wählen Sie den Eintrag "Paketinhalt zeigen". Die Photoshop-Programmdatei ist in Wahrheit ein Ordner, dessen Inhalt nun in einem neuen Finder-Fenster angezeigt wird. Hier befindet sich der Ordner Contents. Doppelklicken Sie auf diesen, was mehrere Unterordner sichtbar macht. Für Photoshop 7 heißt der benötigte Ordner MacOS und für Photoshop CS MacOSClassic. Das ist der Ordner, in dem alle Hilfsdateien für die Plug-ins abgelegt werden müssen. Führen Sie einen Doppelklick auf den Ordner aus und verschieben Sie Ihre *.negpos und *.colorint Dateien dorthin. Sie können natürlich Verknüpfungen zu diesen Dateien erstellen und diese wiederum an beliebigem Ort für einen bequemeren Zugriff ablegen. Die Datei ColorPerfectPath.txt spielt für diese Photoshop Versionen keine Rolle, da allein das genannte Verzeichnis zum Speichern und Laden von Dateien verwendet werden kann.

Adobe Photoshop CS2 bis CS5

Die neueren Adobe Photoshop Versionen schreiben stattdessen standardmäßig ins Hauptverzeichnis. Im Finder wird dieses oft als Macintosh HD angezeigt. Dieses Verzeichnis ist natürlich kein optimaler Ort, um Dateien abzulegen. Wir haben daher mit der Datei ColorPerfectPath.txt einen Workaround implementiert. Legen Sie diese in Ihr Hauptverzeichnis und passen Sie ihren Inhalt auf den Pfad an, den Sie für die Hilfsdateien verwenden möchten. ColorPerfect wird fortan in den angegebenen Ordner speichern bzw. aus diesem laden. Falls der angegebene Ordner noch nicht existiert, erstellen Sie ihn und legen Sie die *.negpos sowie *.colorint Dateien dort ab.