PhotoLine als Host-Anwendung für ColorPerfect, ColorNeg, ColorPos und GamSat

PhotoLine ist eine Bildbearbeitungsanwendung deren Funktionsumfang zwischen dem von Adobe Photoshop und Photoshop Elements liegt. Tatsächlich ähnelt PhotoLine bezüglich des Funktionsumfangs eher Photoshop, während sein Kaufpreis dem von Photoshop Elements nahe kommt. Somit kann PhotoLine auch professionellen Fotografen zum Test empfohlen werden. Eine 30-Tage-Testversion kann auf der PhotoLine Webseite heruntergeladen werden. Rückmeldungen unserer Nutzer lassen den Schluss zu, dass eine wachsende Zahl an Fotografen sehr zufrieden mit der Kombination von PhotoLine und ColorPerfect ist.

Unsere Tests zeigten, dass PhotoLine weit mehr 16-Bit-Bildbearbeitungsfunktionalität bereitstellt, als Photoshop Elements dies je tat, z. B. bei der Arbeit mit Selektionen. Die Gründe hierfür sind offensichtlich. Bedenken Sie einfach, dass die Entwickler von PhotoLine keine Veranlassung haben einfache Funktionen wegzulassen, um den Verkauf einer Premiumversion ihrer Software zu fördern. In den folgenden Abschnitten sollen einige Arbeitsschritte beschrieben werden, die bei der Verwendung von ColorPerfect, ColorNeg usw. mit PhotoLine hilfreich sind. Wenn Sie PhotoLine bereits einsetzen und der Meinung sind, dass dieser Seite weitere Informationen hinzugefügt werden sollten, kontaktieren Sie uns bitte.

PhotoLine vor 15.0 funktionierte nicht mit ColorPerfect, ColorNeg, ColorPos und GamSat

Im Laufe des Jahres 2008 fragte uns ein Nutzer, warum unsere Plug-ins in Kombination mit der Bildbearbeitungssoftware PhotoLine 14.5 nicht ordnungsgemäß funktionierten. Diese Frage an sich war nichts außergewöhnliches. Viele Bildbearbeitungsprogramme unterstützen zwar einfache Photoshop Plug-ins, implementieren jedoch wesentliche Teile der von Adobe Systems definierten Photoshop Plug-in-Schnittstelle nicht. Insbesondere die Funktionen im Zusammenhang mit der Registrierung, also dem Ablegen und Zurücklesen von Parametern durch das Plug-in, die in Photoshop seit über einem Jahrzehnt zum Standard gehören, werden von vielen anderen Softwareherstellern noch immer nicht umgesetzt.

Daher ist das, was auf diese Frage folgte umso bemerkenswerter. Unser Nutzer hatte auch den Entwicklern von PhotoLine geschrieben und diese setzten sich kurz darauf mit uns in Verbindung. Nach dem Austausch einiger Mails wurde schnell klar, welche Funktionen PhotoLine damals fehlten. Einige Wochen später gab es bereits eine Betaversion der Software, die alle diese Funktionen erfolgreich bereitstellte. Diese Erfahrung belegt, dass es auch anderen Herstellern als Adobe Systems möglich ist, die benötigten Teile der Adobe Photoshop Plug-in-Schnittstelle mit vertretbarem Aufwand zu implementieren. Wir ermutigen andere Software-Hersteller diesem positiven Beispiel zu folgen.

ColorPerfect, ColorNeg et al. mit PhotoLine 15.5 oder höher verwenden

Seit Version 15.5 wird PhotoLine für Windows und Mac OS X sowohl als 32-Bit- als auch als 64-Bit-Software bereitgestellt. Die Versionen für beide Betriebssysteme stellen den vollständigen von unseren Plug-ins benötigten Funktionsumfang bereit. Ein genereller Aspekt ist jedoch zu beachten: ColorNeg, ColorPos und GamSat funktionieren ausschließlich im 32-Bit-Modus, das Gleiche gilt für ColorPerfect in Verbindung mit PhotoLine 15.5. Daher müssen Sie den 32-Bit-Modus verwenden, sofern Sie diese Plug-ins bzw. Host-Anwendungen einsetzen. Dies wird im Folgenden beschrieben. Ab Version 16.0 kann PhotoLine unter Windows und Mac OS X im 64-Bit-Modus mit der jeweiligen 64-Bit-Version von ColorPerfect verwendet werden.

PhotoLine bei Bedarf im 32-Bit-Modus ausführen

Um unsere alten Plug-ins mit PhotoLine 15.5 und ColorPerfect mit PhotoLine vor Version 16.0 verwenden zu können, müssen Sie PhotoLine im 32-Bit-Modus ausführen.

Auf einem herkömmlichen 32-Bit Windows System ist dies die einzige installierte Version der Software. Wenn Sie eine 64-Bit-Version von Windows einsetzen, werden zwei Versionen von PhotoLine installiert. Nutzen Sie die 32-Bit-Version.

Unter Mac OS X wird PhotoLine als Universal-Binary-Datei bereitgestellt. Diese Datei enthält drei Versionen der Software: Eine Version für die alte Power PC Plattform, eine Intel kompatible 32-Bit-Version und eine Intel kompatible 64-Bit-Version. Um die Ausführung im 32-Bit-Modus auf einem Intel Mac zu erzwingen, suchen Sie die Anwendung PhotoLine im Finder, wählen Sie diese aus und drücken Sie cmd+i, um den Dialog Informationen aufzurufen. Aktivieren Sie nachfolgend auf diesem die passende Option, um die Software im 32-Bit-Modus auszuführen.

Photoshop Plug-ins mit PhotoLine verwenden

Um Ihre Plug-ins zu verwenden, legen Sie diese in einem Ordner Ihrer Wahl ab. Auf dem Mac verwenden Sie dabei die XC UNI Universal-Binary-Version der Plug-ins. Nach dem Start der 32-Bit-Version von PhotoLine konfigurieren Sie den Plug-in-Ordner. Wählen Sie dazu unter Windows den Menüpunkt Bearbeiten > Einstellungen bzw. unter Mac OS X den Menüpunkt PhotoLine > Einstellungen. Wählen Sie anschließend im Einstellungsfenster die Seite Erweitert > Plug-In-Pfade und nutzen Sie einen der Buttons auf dieser Seite, um den Ordner mit Ihren Plug-ins auszuwählen. Aktivieren Sie die Verwendung des Ordners abschließend mit der dem Pfad vorangestellten Checkbox und verlassen Sie die Einstellungen mit dem Button OK.

Konvertierung eines Bildes in den Modus 16-Bit/Kanal mit PhotoLine

Wenn ColorPerfect beim Start die Nachricht anzeigt, dass die Verwendung von Bildmaterial mit nur 8-Bit/Kanal nicht unterstützt wird, können Sie Ihr Bild in den Modus 16-Bit/Kanal konvertieren. Solange Sie mit Positivbildern arbeiten und keine umfassenden Anpassungen vornehmen wollen, sind die auf diesem Weg erzielten Ergebnisse wahrscheinlich akzeptabel. Zur Umwandlung von Farbnegativen reichen 8-Bit jedoch nicht aus. In diesem Fall können Sie natürlich ebenfalls zu Testzwecken in den Modus 16-Bit/Kanal konvertieren, erwarten Sie anschließend jedoch nicht die gleiche Qualität, die Sie mit einem guten linearen 16-Bit-Scan erzielen würden. Um ein Bild mit PhotoLine in den Modus 16-Bit/Kanal zu konvertieren, wählen Sie Ebene > Ebenenart konvertieren und wählen Sie aus der Liste "Nach:" den Eintrag "RGB-Bild" sowie aus der Liste "Option:" den Eintrag "16-Bit".

Dem Scan bzw. Foto das gewünschte Ausgabefarbprofil zuweisen

Leider bettet manche Scanner-Software auch in lineare Scans Farbprofile ein. Um sicherzustellen, dass einem Scan nach dem Öffnen kein bzw. das gewünschte Ausgabefarbprofil zugewiesen ist, verwenden Sie den Menüpunkt Werkzeug > Farbe > Farbprofil zuweisen. Verwenden Sie hierzu nie die Option Werkzeug > Farbe > Mit Farbprofil konvertieren. Wenn Ihre Scanner-Software ein unerwünschtes Farbprofil einbettet und Sie dies nicht deaktivieren können, müssen Sie diese Einstellung nach dem Öffnen für jeden einzelnen Scan durchführen. Wenn kein Farbprofil eingebettet ist, verwendet PhotoLine den Arbeitsfarbraum, den Sie in den Optionen definiert haben. Um herauszufinden, welcher dies ist, wählen sie unter Windows den Menüpunkt Bearbeiten > Einstellungen bzw. unter Mac OS X den Menüpunkt PhotoLine > Einstellungen. Wählen Sie anschließend im Einstellungsfenster die Seite Farbverwaltung > Standard und stellen Sie sicher, dass für RGB nicht System, sondern ein konkreter Arbeitsfarbraum Ihrer Wahl wie z. B. sRGB oder Apple RGB gewählt wurde. Die Einstellung Gamma C auf der Startpalette von ColorPerfect oder an anderer Stelle für die älteren Plug-ins muss entsprechend Ihres Arbeitsfarbraums gewählt werden.